Ein kurzer Bericht von meiner Teilnahme an der diesjährigen Alpen-Challenge.
Es war meine erste Teilnahme und kam dadurch zustande, dass ich keinen Startplatz für den Ötzi bekommen habe und ich nach einer Alternative dafür gesucht habe.
In Churwalden angekommen bin ich zunächst mal zum Hotel und hab dort alles ab- und ausgeladen. Dann ging es zum Startort die Startunterlagen abholen.
Das war dann doch leichter gesagt als getan, denn die richtige Stelle zu finden war dann doch nicht so einfach. Ich habs dann doch noch gefunden. Im Vergleich zum Ötzi aber alles ganz easy – es waren sogar noch Nachmeldungen möglich.
Danach wieder zurück zum Hotel und umgezogen für eine kurze Einroll-Runde. Vom Hotel weg gings dann erstmal 3 km recht heftig Bergauf Richtung Start. Nach einer Stunde war ich dann wieder zurück und habe mich auf den morgigen Tag vorbereitet. Das Wetter sollte traumhaft werden – mit strahlend blauem Himmel und schön warm.
Am nächsten Morgen dann um 4:45 aufgestanden und angezogen. Frühstück im Hotel gabs für die Radfahrer schon ab 5 Uhr. Um 5:30 Uhr dann mit dem Auto die ca. 10 km zum Start gefahren. Pünktlich um 6:30 Uhr der Startschuss.
Die Strecken sind grundsätzlich hier nicht gesperrt, für die Startphase – also die ersten km von Lenz hinunter ins Tal allerdings schon. Dann der erste Pass – Albula ca. 21 km lang und mit 1200 hm der größte Brocken heute. Beim Anstieg reift bei mir der Entschluss bei der Streckenteilung auf die Classic-Strecke auszuweichen, zu stark macht sich der Trainingsrückstand bemerkbar.
Der Pass ist insgesamt nur wenig befahren, so dass sich die fehlende Straßensperre nicht sonderlich bemerkbar macht. Auf der Passhöhe dann die erste Verpflegung – Getränke gabs hier auch in Trinkflaschen vom Sponsor – hätte ich mich auf Jahre mit Trinkflaschen eindecken können.
Die Abfahrt ist relativ kurz und bald geht’s durch Stankt Moritz. Hier macht sich die fehlende Straßensperrung am deutlichsten bemerkbar – relativ viel Verkehr und wir mitten drin. Ich wäre noch rechtzeitig vor dem Cut an der Streckenteilung gewesen, fahre jetzt aber ab Richtung Julierpass auf die kürzere Classic-Strecke.
Jetzt wird schon richtig warm, obwohl es noch nicht mal 10 Uhr ist. Der Julierpass ist relativ kurz, aber insbesondere im unteren Teil recht steil - so ca. 3 km mit mehr als 10 %. Dann folgt der entspanneste Teil des Tages. Eine lange Abahrt, di e zunächst einige Kehren mit sich bringt, dann aber technisch einfacher wird.
Irgendwann geht’s von der Hauptstraße ab auf eine ruhigere Nebenstraße, wo dann in Alb-Extrem-Manier der eine oder andere Anstieg zu bezwingen ist – allerdings kein namhafter Pass mehr. Die letzten km zum Ziel hin haben den Charakter einer Bergankunft.
Am Ende war ich dann froh, mich für die Classic-Variante entschieden zu haben, ich war zwar k.o., aber nicht völlig am Ende.
Für mich kann ich folgendes Fazit ziehen:Es war eine sehr schöne Veranstaltung und auch gut organisiert. Auf der langen Runde hat es wohl in einem Tunnel einige Stürze gegeben, weil die Tunnelbeleuchtung ausgefallen ist und nicht alle wie eigentlich vorgeschrieben, eine Notbeleuchtung dabei hatten.
Der ganze Tenor der Veranstaltung ist viel familiärer und „kleiner“ als z.B. beim Ötztaler. Die Umgebung finde ich – zumal bei diesem Traumwetter deutlich imposanter als in Tirol.
Von besonderem Nachteil ist leider die fehlende Streckensperre. Zwar sind die meisten Autofahrer hier recht rücksichtsvoll, allerdings war der Verkehr insbesondere rund um St. Moritz und hinauf zum Julierpass doch recht nervend. Besondere Gefahrstellen oder Engstellen in einigen Ortsdurchfahrten waren aber gesondert gesichert und die Radfahrer hatten in der Regel Vorrang.
Die Streckenführung ist insgesamt sehr schön, allerdings fehlten mir dann nach dem Julierpass dann bei den dann folgenden Anstiegen doch die „klingenden“ Namen – hatte teilweise etwas vom Alb-Exterm. Großen Respekt hatte ich die ganze Zeit immer vor den letzten km zum Ziel hin, da ist mir persönlich dann doch eine Abfahrt wie beim Ötzi lieber.
Die Wahlmöglichkeit noch während der Strecke hat was Verführerisches in sich. Beim Ötzi gibt’s entweder hopp oder topp, hier konnte ich dann doch dem inneren Schweinehund nachgeben – auch wenn die Classic-Strecke mit 3.000 hm bei 120 km immer noch herausfordernd genug ist.
Nachteilig war für mich dann auch die Tatsache, dass ich die Strecke überhaupt nicht kannte und nicht genau absehen konnte, was denn so auf mich zukommt.
Insgesamt hat sich für mich der Ausflug in die Schweiz gelohnt und ich habe mal ein anderes Revier kennengelernt. Ob ichs noch mal wiederhole - mal abwarten.